Kennst du nicht auch die Suche nach dem Bild im Ordnerchaos? Ehe du das Richtige bearbeiten kannst, sind wieder dutzende Minuten verloren gegangen und ganz heimlich verfluchst du vielleicht sogar die tausenden Ordner. Die Lösung dafür ist einfach: EXIF-Daten (Exchangeable Image File Format) in Kombination mit einem DAM. Denn alle Fotos sind im Hintergrund mit Informationen versehen, welche dir beim Medien managen helfen können.
Was sind EXIF-Daten?
EXIF steht für Exchangeable Image File Format und wurde 1995 als Standard für digitale Kameras eingeführt. EXIF-Daten werden zum Anfügen von Metadaten in Bilder verwendet, um bei JPEGs, TIFFs und anderen Mediadateien wichtige Zusatzinformationen zu hinterlegen.
Die klassischen EXIF-Daten für Bilder sind:
Im Jahr 2023 beschloss die CIPA im Zuge der fortschreitenden Entwicklung von KI weitere Daten zu ergänzen.
Folgende Schemas wurden zu den EXIF-Daten 3.0 hinzugefügt:
Ein Schema zum Anfügen von Anmerkungen wie z.B. KI-Lerndaten oder Inferenzergebnisse an ein Foto
Hinzufügen des Original-Bildes, welches die Aufnahmeszene aufzeichnet und das auch nach einer Nachbearbeitung vom Foto behalten wird
Guidelines zu Nutzung von Informationsmetadaten für die Nachbearbeitung
Hinzufügen von Tags, welches die Namen des Bearbeiters und die Namen der jeweiligen Bearbeitungssoftware beschreiben kann
Auszug aus den Metadaten eines Fotos bei pixx.io
Anfang 2026 hat die Camera & Imaging Products Association (CIPA) den Standard mit EXIF 3.1 weiterentwickelt. Der Fokus des neuen Standards liegt auf den komplexeren Datenmengen moderner Computergrafik und High-End-Kamerasysteme, die mit dem ursprünglichen Format nur schwer abzubilden waren.
Wobei soll EXIF 3.0 unterstützen?
Bisher wurden Vermerke und Bilder in getrennten Datensätzen gemanagt, weswegen Verwirrung durch zu viele Datensätze entstehen konnte. Jetzt können Vermerke für die AI Nutzung von Bildern direkt in den Informationen gespeichert werden. Einerseits soll dies künstliche Intelligenzen dabei unterstützen, Objekte durch entsprechende Daten schneller zu erkennen, andererseits soll es ihnen die Möglichkeit geben, diese Lern-Daten in den EXIF-Daten abzuspeichern.
Zudem sollen EXIF-Daten helfen Fake-Bilder zu erkennen und die Authentizität eines Bildes zu sichern. Dazu wird die Originalaufnahmeszene in den EXIF-Daten gespeichert und soll auch nach Bearbeitung eines Bildes unter "Original Preservation Image" erhalten bleiben. Dazu wurde ebenfalls die Beschreibungsregel zur "ImageUniqueID" spezifiziert, sodass die Authentizität durch beide Tags versichert werden kann.
EXIF trifft C2PA: Herkunftsnachweis für digitale Medien und KI-Kennzeichnung
Parallel zu EXIF 3.1 hat sich 2026 ein zweiter Standard etabliert, der die Echtheitsprüfung von Bildern deutlich verbessert: die Content Credentials 2.3 der Coalition for Content Provenance and Authenticity (C2PA).
Während EXIF technische Kameradaten liefert, ergänzt C2PA kryptografisch signierte „Manifeste“ der Bildhistorie. Damit lässt sich nachvollziehen, welche Software oder welches KI-Modell an der Entstehung oder Bearbeitung einer Bilddatei beteiligt war.
Warum ist das für Unternehmen mit einem DAM relevant?
EXIF- und C2PA-Angaben lassen sich gemeinsam auslesen: So kann geprüft werden, ob ein Bild tatsächlich von der angegebenen Kamera stammt oder ob sich in der Dateistruktur eher Hinweise auf eine KI-Beteiligung finden.
Für Unternehmen, die mit Bildrechten arbeiten und ein DAM im Einsatz haben, bringt das verschiedene Vorteile:
Herkunftsnachweis als Suchfilter: Content-Credentials-Status lässt sich als eigenes Metadatenfeld anlegen und in der Mediensuche filtern, etwa um für Kampagnen gezielt nur Bilder mit gesichertem Ursprung auszuwählen.
Compliance-Nachweis auf Knopfdruck: Da der EU AI Act Transparenzpflichten für KI-generierte oder -bearbeitete Inhalte vorsieht, kann ein DAM die C2PA-Angaben zentral dokumentieren und bei Bedarf als Nachweis exportieren, statt sie manuell pro Bild zusammenzusuchen.
Automatisierte Plausibilitätsprüfung beim Upload: Weichen EXIF- und C2PA-Angaben eines hochgeladenen Bildes voneinander ab, kann das DAM das Bild markieren oder in eine Prüf-Warteschlange verschieben, bevor es freigegeben wird.
Rechtssichere Lizenzierung: In Kombination mit IPTC-Feldern lässt sich nicht nur die Nutzungslizenz, sondern auch die Entstehungsgeschichte eines Bildes lückenlos dokumentieren.
Was ist der Unterschied zwischen EXIF, IPTC und XMP-Metadaten?
Informationen können durch viele verschiedene Arten gespeichert werden. XMP (Extensible Metadata Platform) und IPTC (International Press Telecommunications Council) können neben EXIF in den Metadaten deines Fotos genutzt werden.
EXIF-Informationen beinhalten eher technische Aspekte während IPTC Bilderechte und den Inhalt des Bildes beschreiben. XMP wiederum ist ähnlich zu IPTC, wurde jedoch von Adobe entwickelt und erlaubt das Hinzufügen von benutzerdefinierten Metadaten. So können zum Beispiel bei einer Bearbeitung eines RAW-Fotos die Bearbeitungsinformationen von Adobe in einem separaten XMP gespeichert werden ohne das ursprüngliche RAW zu entfernen.
IPTC-Felder gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung: Da Bilder heute einen erheblichen Anteil aller Suchanfragen ausmachen, nutzen Suchmaschinen bestimmte IPTC-Angaben, um Bildern etwa ein „Lizenzierbar“-Badge zuzuweisen. Dieses Badge stellt in den Google-Suchergebnissen ein sichtbares Vertrauenssignal dar. Damit es erscheint, sind saubere Metadaten wichtig. Für Unternehmen mit vielen Produktbildern bedeutet die Pflege der Metadaten damit zum einen mehr interne Übersicht bei Lizenzfragen, und zum anderen mehr organische Sichtbarkeit in der Bildersuche.
Wie verwendet man EXIF-Dateien?
Bildverwaltung mit EXIF-Daten mit DAM
Mit EXIF Daten kannst du Informationen zu deinen Medien hinzufügen, die du mithilfe eines Digital Asset Management Systems zum Filtern nutzen kannst. So sparst du nicht nur Suchzeit, sondern gehst auf Nummer sicher beim Copyright und optimierst deine Prozesse.
Lerne die Hacks von Profifotografen
Durch die EXIF-Daten siehst du alle technischen Einstellungen der Kamera, die ein Fotograf in seinen Bildern genutzt hat und kannst versuchen den Stil auf deine eigenen Fotos anzuwenden
Abspeichern von KI-Lerndaten
Mit dem Update auf EXIF 3.0 besteht die Möglichkeit Metainformationen zum Erkennen von Objekten in Bildern zu Hinterlegen. Dies könnte vor allem im Zuge von KI-Suchmaschinen eine interessante Optimierungsmöglichkeit sein.
Metadaten gezielt schützen
Beim Teilen von Bildern mit Externen ist oft Sensibilität gefragt: EXIF-Daten können sensible Informationen wie genaue GPS-Koordinaten oder Geräteseriennummern enthalten. Bevor Medien extern geteilt werden, lohnt sich deshalb ein gezieltes Entfernen risikoreicher Felder – eine Funktion, die bei pixx.io sauber steuerbar ist.
Wie kann man eine EXIF-Datei bearbeiten?
Standard EXIF-Dateien kannst du in Windows mit einem Rechtsklick auf die Datei – Eigenschaften – Details bearbeiten. Unter Mac markierst du die Datei und drückst „Befehl“ + „I“. Im Anschluss öffnet sich ein Fenster mit Metadaten. In Allgemein findest du die technischen Details und unter „weitere Informationen“ spezifische Foto Informationen.
Falls du jedoch eine Reihe an Informationen oder individuelle Metadaten bearbeiten willst, lohnt sich ein Blick Richtung Bildverwaltungssoftware. Mit dieser kannst du dann veraltete Daten aus den EXIF Daten löschen oder EXIF Daten ändern.
Wie können dir EXIF-Daten im Unternehmensalltag weiterhelfen?
Mithilfe von EXIF-Daten kannst du Zeit bei der Mediensuche sparen. Alles was du dazu brauchst sind deine Medien und ein Digital Asset Management System, wie pixx.io und im Handumdrehen kannst du loslegen deine EXIF Daten produktiv zu nutzen.
Zudem kannst du in pixx.io individuelle Metadaten hinzufügen, um die Mediensuche auf deine Bedürfnisse anzupassen. So kannst du z.B. nach Freigaben, Lizenzen, Modellnummern etc. filtern und bekommst passende Medien zurück geliefert.
Nachdem du mehr über das Metadatenformat EXIF gelesen hast, willst deine Unternehmensworkflows damit optimieren? Dann lese unbedingt mehr dazu in unserem Use-Case Prozessoptimierung mit DAM und schaue, ob sich ein DAM für dich rechnet.
Quellen:
About Exif 3.0: https://cipa.jp/std/documents/e/Exif3.0-Overview_E.pdf
About Exif 3.1: https://cipa.jp/e/std/std-sec.html
Sabrina Haselbach
Sabrina ist Senior Inbound Marketing Managerin bei pixx.io und greift auf eine breite Erfahrung aus dem Online-Marketing & SEO in B2B und B2C zurück.