Welche Bildrechte gibt es? Mit Model & Property Release Abmahnungen vermeiden

Lesezeit: 7 Minuten Autor: Thomas Veröffentlicht: Zuletzt aktualisiert:
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Mit rechtssicheren Bildern ist dein Unternehmen auf der sicheren Seite – und schützt dich vor Abmahnungen und Rechtsstreits. Welche Bildrechte gibt es bei Personen und Gebäuden? Wir erklären den Sinn hinter Model- und Property-Releases, wann Verträge mit Models und Eigentümern notwendig sind und wie du sie einfach organisierst.

Bei einem Städtetrip nach Paris ist die Verlockung groß, ein Selfie vor dem bekanntesten Wahrzeichen der Stadt, dem Eiffelturm, zu machen. Was tagsüber kein Problem ist, wird nachts jedoch schnell zu einer teuren Angelegenheit. Denn die Lichtinstallation an der 324 m hohen Stahlkonstruktion gilt als Kunstwerk und ist nach französischem Recht urheberrechtlich geschützt.

Eine nicht genehmigte Verbreitung von Foto- und Videoaufnahmen des beleuchteten Bauwerks in den sozialen Netzwerken, auf Blogs oder in Printmedien, führt im schlimmsten Fall zu einer Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung oder einer Unterlassungsklage.

Warum solltest du dich rechtlich bei Bildern absichern?

Zwar stellt der Eiffelturm einen Sonderfall dar, bei dem verschiedene Rechtsauslegungen miteinander konkurrieren. Trotzdem solltest du auch bei einer vermeintlich eindeutigen Rechtslage auf Model oder Property Release Verträge zurückgreifen, um Abmahnungen und Rechtsstreitigkeiten vorzubeugen.

In Zeiten von Schreckgespenstern wie der DSGVO, Abmahnungswellen und Unterlassungsklagen herrscht bei der gewerblichen Veröffentlichung von Foto- und Videoaufnahmen gemeinhin große Verwirrung und Unsicherheit. Für Klarheit und beschleunigte Arbeitsprozesse sorgen Verträge zur Anfertigung und Veröffentlichung von Fotografien und Videos, die sogenannten Releases.

Bei der Frage, ob du einen solchen Vertrag benötigst, solltest du zunächst prüfen ob auf der geplanten Aufnahme Personen abgebildet und zu erkennen sein werden, auf privaten Grundstücken oder in Gebäuden fotografiert werden soll oder Geschmacksmuster oder designrechtlich geschützte Objekte betroffen sind.

Welche Bildrechte gibt es bei der Abbildung von Personen?

Nicht erst seit der europäischen Datenschutzgrundverordnung wissen wir: Die Verbreitung von Aufnahmen, auf denen Person eindeutig erkennbar sind, ist nur dann erlaubt, wenn die Abgebildeten einer Veröffentlichung ausdrücklich zugestimmt haben. Eine solche Zustimmung ist beispielsweise ein Model Release Vertrag.

Diese Notwendigkeit leitet sich aus den allgemeinen Persönlichkeitsrechten jeder Person ab und kennt nur wenige Ausnahmen. Bei Kindern oder Personen mit eingeschränkter Geschäftsfähigkeit benötigst du zudem die schriftliche Zustimmung der Erziehungsberechtigten oder eines Vormunds.

Ausgenommen vom Recht am eigenen Bild sind nur Personen, die im Rahmen eines zeitgeschichtlichen Ereignisses, als Beiwerk zu einer Landschaft oder während einer öffentlichen Versammlung abgelichtet wurden. Bei Unsicherheit gilt es, hier Fachanwält:innen für Medienrecht zu Rate zu ziehen.

Abbildung von Personen nur mit Genehmigung

Sobald Personen auf einem Bild zu erkennen sind und es sich eindeutig nicht nur um Beiwerk handelt, muss eine Genehmigung der Personen vorliegen.

Wann ist eine Person erkennbar?

Die tatsächliche Erkennbarkeit einer Person wird in der juristischen Praxis davon abgeleitet, ob Bekannte oder Arbeitskollegen die Betroffenen auf einer Aufnahme wiedererkennen würden. Ist das der Fall, droht ohne Model Release Vertrag eine Abmahnung. Nicht relevant ist dagegen, ob die Person sich auf einer Aufnahme selbst identifizieren würde.

Welche Bildrechte gibt es bei Privatgrundstücken und Gebäuden?

Neben der schriftlichen Einwilligung abzubildender Personen benötigst du für die Veröffentlichung von Fotos oder Videos hin und wieder auch die Erlaubnis von Eigentümer:innen eines Grundstücks oder Gebäudes. 

Das ist immer dann der Fall, wenn die Aufnahmen auf privatem Grund und Boden angefertigt werden sollen. Dieser Umstand leitet sich aus dem Eigentums- bzw. Hausrecht ab und bezieht sich neben Gebäuden auch auf bebaute oder unbebaute private Grundstücke.

Wann ist eine solche Erlaubnis notwendig?

Entscheidend für die Notwendigkeit einer Erlaubnis, die in diesem Fall Property Release Vertrag heißt, ist nicht, ob eine private oder juristische Person Eigentümer:in eines Bauwerks ist. Die Frage ist vielmehr, ob das Grundstück oder das Gebäude öffentlich zugänglich ist.

Wenn du Mauern oder Zäune überwinden musst, um Fotos von oder auf einem Grundstück anzufertigen, sollten die Alarmglocken schrillen. Und auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel. Auch in Parks, auf öffentlich zugänglichen Plätzen, Bahnsteigen oder Flughäfen können die Eigentümer:innen Fotografierverbote aussprechen.

Mit dem Einholen einer entsprechenden Erlaubnis bist du auf der sicheren Seite.

Privatgarten nur mit Erlaubnis fotografieren

So schön er auch sein mag: Ohne Erlaubnis in einen umzäunten Privatgarten zu fotografieren kann schon zu Ärger führen.

Besonders geschützte Objekte

Neben dem beleuchteten Eiffelturms gibt es unzählige weitere Kunstwerke, Installationen und anderweitig designrechtlich geschützte Objekte. Auch Markennamen, Firmenlogos oder Geschmacksmuster fallen unter diesen besonderen rechtlichen Schutz. Zwar soll hiermit in erster Linie die Marke selbst gestärkt und einer Verbreitung von Plagiaten vorgebeugt werden, jedoch kann dies auch bei der Veröffentlichung von Foto- oder Videoaufnahmen entsprechend geschützter Objekte zu Problemen führen.

Während eingetragene Marken leicht in den entsprechenden Registern einzusehen und die betroffenen Rechte abzurufen sind, können gerade bei Designobjekten die Urheberrechte Dritter berührt werden.

Ein Beispiel: Ist auf einem Foto ein besonderes Designermöbel abgebildet, ist vor der Veröffentlichung nicht die Erlaubnis des vertreibenden Unternehmens, sondern auch des verantwortlichen Designers oder der Designerin einzuholen.

Da das Markenrecht mitunter sehr vielschichtig und für Laien kaum vollständig zu durchdringen ist, raten wir dir in einem solchen Fall klar zur Zusammenarbeit mit einem entsprechenden Fachanwalt.

Welchen Vertrag benötigst du und woher bekommst du ihn?

Die Verwendung eines Model- oder Property Release Vertrages bei privaten und kommerziellen Fotoshootings ist absolut sinnvoll. Von Musterverträgen aus dem Internet müssen wir dir dabei jedoch dringend abraten. Zwar besitzen auch diese Verträge eine grundsätzliche rechtliche Verbindlichkeit. Doch schon kleinste Formfehler oder unzureichende Erläuterungen machen das Dokument im Falle eines Rechtsstreits ungültig oder zumindest angreifbar.

Juristische Fallstricke finden sich etwa bei

  • der Abtretung von Rechten
  • der Frage der Vergütung
  • der Weiterverwendung persönlicher Daten

Im schlimmsten Fall führt dies zur Unwirksamkeit eines geschlossenen Vertrages, zu Unterlassungsklagen und zu Schadensersatzforderungen.

Wann ist ein Vertrag über Bilderrechte wirksam?

Für alle Verträge, ob Muster aus dem Internet oder vom Fachanwalt, gilt jedoch das Prinzip der Vollständigkeit: Nur wenn alle an dem Vertrag beteiligten Personen ihre vollständigen Daten angegeben haben, der Vertragsinhalt zweifelsfrei ausformuliert und das Dokument mit beidseitigen Unterschriften, Orts und Datumsangaben versehen wurde, ist von einer juristischen Verbindlichkeit auszugehen.

Gerade bei Model Releases solltest du zusätzlich eine Alterszusicherung in den Vertrag aufnehmen. Hierbei genügt es nicht, dass das Model sein Alter mündlich bestätigt. Mit der Einsicht in ein gültiges Ausweisdokument und der schriftlichen Bestätigung (bei Minderjährigen durch die Erziehungsberechtigten), bist du juristisch abgesichert.

Rechtssicheren Vertrag mit Anwalt formulieren

Verträge sichern dich ab. Allerdings müssen sie rechtssicher formuliert sein. Ein Rechtsanwalt unterstützt dich dabei. 

Der Teufel steckt im Detail

Deutlich komplizierter ist die Ausgestaltung des eigentlichen Vertragsinhaltes, der Abtretung von Rechten, der digitalen Nachbearbeitung und Weiterverwendung der Fotos sowie dem Datenschutz und der Vergütung.

Üblicherweise werden die Fotorechte durch die Zahlung eines entsprechend festgelegten Honorars vollständig an die verantwortlichen Fotograf:innen oder die Agentur übertragen. Dies bedeutet, dass die Aufnahmen zeitlich unbegrenzt, weltweit und sowohl für private als auch für kommerzielle Zwecke verwendet werden dürfen.

Oftmals ist auch die Übertragung der Rechte an Dritte, also der Weiterverkauf der Bilder durch den Vertrag abgesichert. Eine entsprechend eindeutige und nachvollziehbare Ausformulierung dieser Rechteabtretung ist jedoch genauso wie die Auflistung etwaiger Ausnahmeregelungen Voraussetzung für die Gültigkeit eines Release Vertrag.

Außerdem solltest du das Model über den gesamten Vertragsinhalt informieren und auf für den Vertragspartner nachteilige Passagen besonders hinweisen.

Überlasse das Spezielle dem Spezialisten

Wenn du jetzt nur noch Sternchen und Paragraphen siehst und die Arbeit mit einem Model oder Property Release Vertrag für dich wie eine unüberwindbare Hürde scheint, können wir dich beruhigen: Die einfachste Lösung und unser wichtigster Tipp beim Umgang mit solchen Vertragswerken ist die Zusammenarbeit mit spezialisierten Fachjurist:innen.

Egal ob du einen Vertrag auf deine Bedürfnisse abgestimmt aufsetzen, oder einen Mustervertrag gegenprüfen lassen willst, solltest du die Expertise von Profis zu Rate ziehen. Der zeitliche und finanzielle Aufwand hierfür ist in Anbetracht drohender Rechtsstreitigkeiten und Abmahnungen bei einem unzureichenden Vertragsdokument mehr als gerechtfertigt.

Dein Vorteil: Einmal aufgesetzt, lässt sich ein Model- oder Property Release Vertrag mit wenigen Handgriffen auf jedes deiner Marketingvorhaben anpassen.

Mit pixx.io hast du die volle Kontrolle über Lizenzen und Releases

In der Bildverwaltung pixx.io hinterlegst du alle deine Lizenzen sowie Model- und Property-Releases und verknüpfst bequem die betreffenden Media Dateien damit. Benutzer wissen also schon bei der Bildrecherche, wofür ein Bild genutzt werden darf – und wofür nicht.

Natürlich können alle in deinem Team, die mit pixx.io arbeiten, auch gleich einen Filter setzen und sich zum Beispiel ausschließlich Dateien mit einem bestimmten Model ansehen oder alle Bilder mit Lizenz zur Social-Media-Nutzung.

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Thomas
Thomas

Als Games-Redakteur hat Thomas schon früh gelernt, spannende Texte SEO-konform zu schreiben. Das hat ihn letztlich auch zu pixx.io geführt, wo er schnell weitere Aufgaben im Digitalmarketing übernommen hat. Heute macht er Business Intelligence und kümmert sich um Prozesse. Privat ist er beim Zocken geblieben. Und wenn das Wetter schön und der Berg nicht zu groß ist, geht er auch mal wandern.

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